Montag, 27. August 2012

Realität

heute schreibe ich mal ungehemmt hier auf, was seit letzten Montag bei uns los war.
Kind4,Sohn2 macht Bundesfreiwilligendienst, wir besorgen Montag und Dienstag folgende Unterlagen: Lohnsteuerkarte (ja, diese neue Art) und weil ich schon mal  beim Finanzamt bin , regle ich auch Einkommenssteuersachen für die alleinstehende Großtante meines Mannes,
dann Mitgliedsbescheinigung Krankenkasse , die brauchen zusätzlich noch ein Bild, wird gemacht und dann geht es, zusätzlich kümmere ich mich um die Zuzahlungsbefreiung der Tochter die in der Woche zuvor im Kh war, fahre sie auch zur Nachsorge, sie schläft mehrmals bei uns zuhause, dh. Bettentausch und Gegrummel der Brüder,
wir beantragen ein Führungszeugnis und den Berechtigungsschein für eine spezielle Jugendschutzarbeitsuntersuchung, deshalb gehen wir brav zum Arzt, Kind4 wird ebenfalls geimpft, wir nehmen Kind6 zusätzlich mit, weil er eine Art Ekzem an den Fingern hat.
Den Berechtigungsschein kann ich allein besorgen, Führungszeugnis muss der Sohn dabei sein, also zwei Fahrten.
Ich hole ihn sowieso ab, weil er beim Freund schlief, wird fast eine Stadtrundfahrt.
Meine Mutter muss umziehen, weil sie jetzt Grundsicherung bekommt, dieses Amt braucht auch viele Unterlagen,ich bringe sie,habe ja das Auto.
Ich informiere mich beim Jugendamt , ob Tagesmütter weiterhin gesucht werden evt. auch als pädagigische Kräfte in Krippen.
ja, also eine nochmalige,berufliche Möglichkeit für mich schwirrt mir durch den Kopf.
Zur Vertragsunterzeichung für den Bufdi alles einscannen und dann per Post verschicken. Ein Paket für eine Internetfreundin packe ich mit ins Auto.
Dann noch zweimal zur Einrichtung fahren, weil blablabla.
Mittwoch geht die Schule los, 9.Klässler ist Pate für einen Erstklässler, also Geld besorgen, dann Blumen kaufen.
Viele Gespräche, ob Schule für mich angesagt ist oder nicht. Bis Dienstag Abend bin ich unschlüssig, setze mich dann selber unter Druck, ,male mir aus, wie toll es sein wird, wenn ich in drei Jahren fertig bin. haha.
Dienstag fahren wir mit einer sehr widerspenstigen Großtante zum Arzt, sie war fast zwei Jahre nicht mehr dort, wird zunehmend verwirrt, ihr ist schwindlig, sie läuft gegen Türzargen usw. Ruft fortwährend an ,weil sie "Internet" hat, ist ja teuer, dabei steht auf dem Display nur "Int" für "intern". egal.
Arzt nimmt Blut ab, morgen wiederkommen, EKG soweit gut, Bluthochdruck, ein neues Medikament.
ok, ein Tag später, noch ein Medikament dazu, Betablocker zum Blutdrucksenker.
Sanne geht zwei Tage zur Schule.freut sich, fühlt sich groß und stark und souverän.
Donnerstag besuchen wir die Tante, wohnt quasi nebenan,stellen fest: sie nimmt zuviele der neuen Tabletten, im Beipackzettel steht: sofort KH, Arzt anrufen, gefährlich.
wir telefonieren mit unserer Tochter,sie ist Auszubildende in der Altenpflege. Ja, KH ist richtig.
wir nehmen die sich wieder widerspenstig zeigende , noch mehr verwirrte Tante und fahren zum Notdienst.
Blutdruck recht normal, zwar erheblich gesunken seit dem Arztbesuch,aber Arzt wiegelt Medikamentenmissbrauch ab, obwohl wir darauf hinweisen, dass die Tante alleinstehend ist.
ok, wieder alle nach Hause
Freitag morgen:
Kind5 ( 9. Klasse) findet sein Blutzuckermessgerät nicht, wir stellen das gesamte Zimmer auf den Kopf und finden auch nichts.Sein Patenkind aus der Schule, 1. Klasse, kennt den Schulweg nicht und wartet auf ihn, es wird immer später, was tun?
Mama fährt Kind5 zur Schule, fährt weiter in den Nachbarort zur Diabetesambulanz (oh, ein wahres Glück, ich hatte beim Kinderarzt die Überweisung für dieses Quartal mitgenommen, Gott sei Lob und Dank, kann ich nur sagen, denn die Ambulanz ist da sehr quengelig, ich bekomme ein neues Messgerät und ordere neue Medikamente.
fahre zurück zur Schule, gebe das Kram ab und führe mit der Schulsekretärin ein wichtiges Finanzgespräch. uff, geschafft.
telefoniere mit meinem Mann, den er war morgens zur Tantie gegangen, schauen wie es geht und Tantie ist übel dran, Krankenwagen rufen. Lima kann nicht mit, weil er selber einen Urologentermin hat, es gibt da Befürchtungen , das will er abklären.
Tanti also ins KH, Sanne quasi hinterher. Intensivstation.
Lima gibt Entwarnung, er ist ok!
Samstag wird eingekauft, auch Farbe, weil Kind 5 etwas besprüht hat, was überstrcichen werden muss (möglichst Sonntag, sind weniger Leute auf der Strasse). Zweimal ins KH, Sorgen um Tantie sind groß.
Sonntag habe ich einen Migräneanfall, aber die Wand ist fertig gestrichen und Tantie hat was sie braucht im KH.
Freitag schon Gespräche mit der Krankenkasse, wegen einer Pflegestufe. Montag dann im KH Gespräch mit dem sozialen Dienst, keine Ergebnisse. mittwochs übernehme ich die Vertretung /Betreuung der Tante angenommen.
Kind6,Sohn4 braucht für den Schwimmunterricht eine besondere Art Badekappe und Hose, muss gekauft werden, weitere Schulbücher bestellt.
Vom Erlös eines Verkaufs verteile ich allerhand Geld,  deswwegen auch Fahrerei, natürlich bin ich aber erleichtert.
Ich fahre Bücherkisten und Regale für meine Mutter.
der Älteste braucht ein Gespräch.
die Töchter auch.
die restlichen Söhne auch.
mein Mann auch.
Mutter , Schwester auch.
dann wird noch das große Loch vor der Haustür im Bürgersteig zugekippt, dort wo wir letzte Woche den zum Glück unverschuldeten Stromausfall hatten, Kabelbrand vor dem Haus, zweieinhalbtausend Euro, die wir nicht bezahlen müssen, sondern der Stromversorger. Nachbarn die sich wegen der Absperrung beschweren.
heute email meiner Lehrerin, sie wünscht ein Gespräch wegen der beiden Fehltage.
ich glaube, ich werde in Zukunft dort fehlen.
mein Platz ist zuhause.
Sanne etwas durch den Wind
Danke , dass ich es hier schreiben konnte.
Rechtschreib/Flüchtigkeitsfehler sind mir heute egal!

Kommentare:

siebensachen hat gesagt…

ja. wenn frau mal alles aufschreibt was so täglich notwendig ist, dann wird erst klar, wie viel sie leistet. (und dabei noch meistens ruhig und geduldig bleibt..)
hut ab!
(ich könnts verstehen, wenn du in zukunft dort fehlen würdest. vielleicht wirft das leben dir grad so eine volle zeit vor die füße, damit du ausloten kannst, was geht und was nicht. vielleicht probierst du es in ein paar jahren nochmal neu, hm?)
alles gute!

elsie hat gesagt…

Oh, Sanne, da bekomme ich ja schon beim lesen "Zustände". Irgendwie scheint es mit beruflicher Zukunft nicht zu klappen. Ständig kommt was dazwischen.

Möglicherweise ist dein Platz wirklich zu Hause (wie bei mir auch).

Ich bin auch nie die "geborene Hausfrau" gewesen und muss es sein. Zunehmend mit mehr Freude.

Ich wünsch Dir einen Platz, an dem du richtig bist und den du gut ausfüllen kannst!

Schade, dass du so weit weg wohnst, ich würde dich gerne mal in echt kennen lernen.

gruß elsie

Johanna Mog hat gesagt…

Mensch, Sanne, wär ja schon schade, wenn du die Schule schmeißen würdest/müsstest...
Ich wünsche dir sehr, dass auch du mal dranbleiben darfst/kannst!!!
ganz liebe Grüße
johanna :o)

Seifenfrau hat gesagt…

Oje Sanne,
da würd ich auch Migräne kriegen....

Micha hat gesagt…

Wahnsinn, wie das Leben manchmal so spielt und danke, dass du das so ganz offen einfach mal aufgelistet hast. Das ganz normale Leben, das ganz normale Chaos in einer großen Familie und wie man immer wieder gebraucht wird und selbst kaum zur Ruhe kommt. Das kenne ich auch (wenn auch mit weniger Kindern und ohne Tantie). Hoffentlich findet ihr und findest du bald wieder Zeit für dich, um zur Ruhe zu kommen.
LG, Micha

amber hat gesagt…

liebe sanne

etwas atemlos habe ich deinen bericht gelesen..........
heftig, was sich dir da in der vergangenen woche gezeigt hat, was dir zu-gemutet wird.
aber genau das hast in menen augen in einer grossartigen weise: mut, zuversicht, tatkraft und vor allem liebe!

ich lese gerne bei dir, du bist eine sehr ehrliche schreiberin und das tut soooo gut in dieser virtuellen welt.

ich drücke dir die daumen für deine entscheidung, wenn du sie dann icht schon gefällt hast :-)

alles liebe

christina (die dich auch sehr gerne in echt kennenlernen würde)